1. Gekippte Fenster bei Abwesenheit
„Ich bin doch nur fünf Minuten weg.“ Genau dieser Gedanke kann zum Sicherheitsrisiko werden.
Ein gekipptes Fenster sollte bei Abwesenheit nicht als geschlossen betrachtet werden. Auch Balkon- und Terrassentüren sollten vollständig geschlossen werden – unabhängig davon, ob Sie nur kurz zum Einkaufen fahren, mit dem Hund unterwegs sind oder einen Nachbarn besuchen.
Merksatz: Wer das Haus verlässt, schließt Fenster, Balkon- und Terrassentüren vollständig.
Das gilt besonders für leicht erreichbare Bereiche im Erdgeschoss, an Terrassen, Balkonen, Garagenanbauten oder schlecht einsehbaren Gebäudeseiten.
2. Die Haustür nur ins Schloss ziehen
Auch bei der Haustür kann Bequemlichkeit die Sicherheit reduzieren.
Eine lediglich zugezogene Tür bietet nicht denselben Schutz wie eine ordnungsgemäß verschlossene Tür. Deshalb sollte die Eingangstür auch bei kurzer Abwesenheit abgeschlossen werden.
Neben dem richtigen Verhalten spielt die Konstruktion der Tür eine wichtige Rolle. Schloss, Schließblech, Beschläge, Zarge und Verriegelung sollten als Gesamtsystem betrachtet werden.
Bei Neubau oder Austausch empfiehlt die Polizei geprüfte einbruchhemmende Türen und Fenster nach DIN EN 1627, mindestens in der Widerstandsklasse RC 2.
Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention: Technische Sicherheit
3. Sich auf Rollläden als Einbruchschutz verlassen
Geschlossene Rollläden vermitteln auf den ersten Blick Sicherheit. Herkömmliche Standardrollläden sind jedoch nicht automatisch einbruchhemmend.
Sie können Sichtschutz bieten und je nach Ausführung einen zusätzlichen Widerstand darstellen, ersetzen aber keine geeignete Sicherung von Fenstern und Terrassentüren.
Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Sind während einer längeren Abwesenheit sämtliche Rollläden rund um die Uhr geschlossen, kann dies nach außen signalisieren, dass niemand zu Hause ist.
Sinnvoller ist eine Kombination aus mechanischem Schutz und einer möglichst normalen Nutzung des Hauses.
4. Die eigene Abwesenheit deutlich sichtbar machen
Ein überfüllter Briefkasten, dauerhaft geschlossene Rollläden, über Tage unveränderte Beleuchtung oder Mülltonnen, die lange an derselben Stelle stehen – verschiedene Kleinigkeiten können den Eindruck vermitteln, dass ein Gebäude momentan nicht bewohnt ist.
Gerade bei Urlaub oder längerer Abwesenheit kann deshalb die Unterstützung durch Nachbarn, Freunde oder Familie sinnvoll sein.
Beispielsweise können sie:
- den Briefkasten leeren,
- Mülltonnen bewegen,
- Rollläden betätigen,
- gelegentlich nach dem Haus sehen und
- auf ungewöhnliche Aktivitäten rund um das Grundstück achten.
Auch eine zeitgesteuerte Beleuchtung kann dazu beitragen, das Gebäude nicht dauerhaft verlassen wirken zu lassen.
Und ebenfalls wichtig: Veröffentlichen Sie längere Abwesenheiten möglichst nicht öffentlich in sozialen Netzwerken.
5. Ersatzschlüssel rund ums Haus verstecken
Unter dem Blumentopf, im Gartenschuppen oder an anderen vermeintlich cleveren Stellen: Ein Ersatzschlüssel außerhalb des Hauses ist komfortabel, kann aber zum Sicherheitsrisiko werden.
Die Empfehlung ist deshalb eindeutig: Haustür- und Wohnungsschlüssel sollten nicht auf dem Grundstück versteckt werden.
Besser ist es, einen Ersatzschlüssel bei einer vertrauenswürdigen Person zu hinterlegen.
Ist ein Schlüssel verloren gegangen und kann nicht ausgeschlossen werden, dass er dem eigenen Haus oder der Wohnung zugeordnet werden kann, sollte auch über einen Austausch des Schließzylinders nachgedacht werden.
6. Nur auf Kamera oder Alarmanlage setzen
Moderne Sicherheitstechnik bietet heute viele Möglichkeiten. Videoüberwachung, Bewegungsmelder, Alarmanlagen und weitere elektronische Systeme können einen wichtigen Beitrag zum Schutz eines Gebäudes leisten.
Sie sollten jedoch nicht als Ersatz für den mechanischen Grundschutz verstanden werden.
Denn zunächst sollte es einem Täter möglichst schwer gemacht werden, Fenster oder Türen überhaupt zu überwinden.
Sinnvoll ist ein mehrstufiges Sicherheitskonzept:
1. Verhalten
Fenster schließen, Türen abschließen und unnötige Hinweise auf Abwesenheit vermeiden.
2. Mechanische Sicherung
Fenster, Türen und andere relevante Zugänge widerstandsfähiger gestalten.
3. Frühzeitige Erkennung
Einen Einbruchsversuch möglichst früh erkennen.
4. Alarmierung und Abschreckung
Auf einen erkannten Angriff unmittelbar reagieren.
Gerade die Kombination dieser Ebenen kann wesentlich wirkungsvoller sein als das Vertrauen auf eine einzelne Sicherheitsmaßnahme.
7. Nur Haustür und Straßenfront betrachten
Bei einer Sicherheitsbetrachtung sollte nicht ausschließlich die Haustür im Mittelpunkt stehen.
Relevant sind grundsätzlich alle erreichbaren Zugänge zum Gebäude. Dazu können gehören:
- Terrassentüren,
- bodentiefe Fenster,
- Kellerfenster,
- Nebeneingänge,
- Garagenzugänge,
- Anbauten und
- schlecht einsehbare Seiten- oder Rückbereiche.
Welche Stellen tatsächlich relevant sind, hängt stark von der jeweiligen Immobilie ab.
Deshalb ist eine individuelle Betrachtung des Gebäudes sinnvoller als eine pauschale Lösung nach dem Motto „Eine Alarmanlage reicht“.